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Bestätigt:
Magnetfelder können Gehirnzellen schädigen Niederfrequente
elektromagnetische Felder verursachen DNA-Brüche
Elektromagnetische Felder mit niedriger Frequenz können in Gehirnzellen
von Ratten Schäden an der Erbsubstanz verursachen. Diese Schäden
summieren sich bei längerer Einwirkung der Felder, entdeckten amerikanische
Forscher. An dieser Zerstörung der DNA sind wahrscheinlich Eisenteilchen
und freie Radikale beteiligt, schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift
Environmental Health
Perspectives (Online-Vorabveröffentlichung).
Wissenschaftler hatten schwache elektromagnetische
Felder lange Zeit für harmlos gehalten, da ihre Stärke
nicht ausreicht, um chemische Bindungen zu zerstören. Neuere
Studien deuten jedoch darauf hin, dass die Felder dennoch lebendes
Gewebe beeinflussen können.
Auch die Ergebnisse von Henry Lai und Narendra
Singh von der Universität von Washington in Seattle stützen
diese These: Die Wissenschaftler hatten Ratten 24 oder 48 Stunden
lang schwachen elektromagnetischen Feldern mit einer Frequenz von
60 Hz ausgesetzt, wie sie typischerweise auch von Haushaltsgeräten
produziert werden, und anschließend die Gehirne der Tiere untersucht.
Dabei fanden die Forscher deutliche Schäden
an der Erbsubstanz und einen ungewöhnlich hohen Anteil toter
Zellen. Je länger das Feld eingewirkt hatte, desto mehr DNA-Schäden
stellten die Forscher fest. Lai und Narendra vermuten, dass die Magnetfelder
auf die Eisenteilchen in den Zellen wirken. Wenn sich diese geladenen
Teilchen verändern, steigt die Menge des freien Eisens in der
Zelle.
Durch Reaktionen mit verschiedenen Substanzen kann
dieses Eisen die Bildung hochreaktiver freier Radikale erhöhen,
die ihrerseits dann mit anderen Biomolekülen reagieren und sie
dabei zerstören. In weiteren Versuchen konnten die Forscher
diese Vermutung bestätigen: Sowohl das Abfangen der freien Radikale
als auch eine Verminderung der Menge an freiem Eisen schützte
die Ratten vor den Gehirnschäden.
Gehirnzellen haben im Vergleich zu anderen Körperzellen
einen recht hohen Eisengehalt. Daher seien sie möglicherweise
besonders anfällig für Schäden durch die niederfrequenten
Magnetfelder, meinen die Forscher. Die Ergebnisse seien jedoch kein
Grund zur Panik, schreibt Lai. Sollten sie sich aber in weiteren
Untersuchungen bestätigen, müsse versucht werden, die tägliche
Belastung durch die magnetischen Felder so gut wie möglich zu
vermindern.
Viele Haushalts- und andere Elektrogeräte
wie Rasierapparate, Backöfen, Kaffeemaschinen, Uhren und elektrische
Haartrockner senden elektromagnetische Felder mit Frequenzen von
50 beziehungsweise 60 Hertz aus.
ddp/bdw - Ilka Lehnen-Beyel
20.02.2004 - Medizin
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