staatl. gepr. Elektrotechniker & Rutengänger
Baubiologische Messtechnik & Umweltanalytik
Schimmelpilzberatung & Messung Luftschadstoffe

Büro Rhein-Main: Thomas Bunke
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Thomas Bunke
Thomas Bunke

Forschung zum Thema Elektrosmog:

File link icon für Appell der Ärzte gegen Mobilfunkstrahlung.pdf Appell der Ärzte gegen Mobilfunkstrahlung PDF (100 KB)

Biologische Effekte elektromagnetischer Felder
2. Internationaler Workshop - Rhodos, Griechenland 2002

Europäisches Parlaments zum Thema Elektrosmog
Veröffentlichung des Europäischen Parlaments zum Thema Elektrosmog

Beschwerden durch Radarstrahlung am Züricher Flughafen
Anwohner klagen unter massiven Beschwerden durch Radarstrahlung am Züricher Flughafen

Freude am Senken:
BMW Group erlässt drastisch reduzierten Strahlungsgrenzwert

"Da geht's hin - wir machen das"
Vodafone sucht Konsens / Experten widerlegen "Märchen vom harmlosen Mobilfunk"

Bestätigt:
Magnetfelder können Gehirnzellen schädigen Niederfrequente elektromagnetische Felder verursachen DNA-Brüche

Forschung Biologische Effekte elektromagnetischer Felder

2. Internationaler Workshop - Rhodos, Griechenland 2002

Vom 7. bis zum 11. Oktober 2002 fand auf der Insel Rhodos in Griechenland der Kongress "Biological Effects of Electromagnetic Fields - 2nd International Workshop" statt. Insgesamt zeigte sich in den Beiträgen die Bestätigung und Absicherung vieler biologischer Wirkungen und Risiken elektromagnetischer Felder durch Untersuchungen an Zellkulturen, Tierversuche und epidemiologische Studien. Viele der besorgniserregenden Beobachtungen spielen sich weit unterhalb der weltweit für Grenzwerte herangezogenen Empfehlung der internationalen Strahlenkommission ICNIRP ab.

Veranstalter waren die Universität von Ioannina und das Institut NCSR "Demokritos" aus Griechenland. Insgesamt stellten Wissenschaftler aus allen Erdteilen in insgesamt 144 Beiträgen ihre Ergebnisse zum Thema vor. Im Mittelpunkt standen insbesondere auch die Auswirkungen von hochfrequenter Strahlung durch Mobilfunk auf Organismen.

Viele Forschergruppen beschäftigten sich zunächst noch mit der Entwicklung und der Verbesserung von Labor-Versuchsaufbauten. Es ging hier unter anderem um die exakte messtechnische Erfassung der Exposition in der Form der spezifischen Absorptionsrate (SAR) in Tierversuchen, wie bei der Bestrahlung vom Rattenhirn am lebendigen Tier. Weitere Beiträge untermauerten die vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten elektromagnetischer Felder im Niederfrequenzbereich zu Heilungszwecken, speziell zur Knochenheilung.

Der durch seine Tierversuche bekannte Forscher M. H. Repacholi stellte das neue Programm der Weltgesundheitsorganisation WHO vor. Hier sollen bis zum Jahr 2005 ausreichende Daten vorliegen, um das Krebsrisiko durch Hochfrequenzstrahlung und Mobilfunk genauer abschätzen zu können. Weiterhin wies der WHO-Experte darauf hin, dass die WHO in Anlehnung an die Bewertung der internationalen Krebsforschungsorganisation IARC die niederfrequenten magnetischen Wechselfelder als möglicherweise krebsauslösend (Kategorie 2B) eingestuft hat. In dieser Kategorie befinden sich auch chemische Gifte wie Styrol und Autoabgase. Ausschlaggebend für diese Einstufung waren weiter verdichtende Hinweise zahlreicher epidemiologischer Studien, die im Bereich um 300 bis 400 Nanotesla bereits eine Verdopplung der Kinderläukämierate gefunden haben.

Bei den epidemiologischen Studien stellte Lennart Hardell aus Schweden neue Ergebnisse zum Hirntumorrisiko beim Menschen vor. Die Auswertung der Daten von 1617 Hirntumorpatienten zeigt ein signifikant höheres Risiko zur Ausbildung eines Tumors für Nutzer von Handys und schnurloser Telefone auf der Seite des Kopfes, an der üblicherweise das Gerät gehalten wurde. Zusätzlich zeigt sich auf dieser Seite eine höhere Krebsrate in dem Bereich des Kopfes nahe der typischen Antennenposition der Handgeräte.

Aus Österreich berichteten Hutter, Moshammer und Kundi von Effekten auf Wohlbefinden, Schlaf, Reaktionsvermögen und das Herz durch Dauerbelastungen ausgehend von den Mobilfunk-Basisstationen (GSM).

Der Beitrag von Haumann, Maes, Münzenberg und Sierck lieferte einen Überblick über die derzeit in einigen Bereichen städtischer Wohngebiete Deutschlands vorhandene Mobilfunkstrahlung ausgehend von GSM-Basisstationen. Statistisch ausgewertet wurden 272 Messungen aus den Jahren 2001 und 2002. Die Ergebnisse zeigen, dass die Feldintensität der Basisstationen gegenüber anderen Sendern wie Radio, Fernsehen und schnurlose Telefone deutlich dominiert. Die mittlere Strahlungsdichte liegt bei diesen ausgewählten Punkten im Bereich um 200 Mikrowatt pro Quadratmeter. Maximalwerte lagen vereinzelt über 100000 Mikrowatt pro Quadratmeter. Über der häufig von Wissenschaftlern als biologisch kritisch bewerteten Schwelle für nichtthermische Wirkungen von 1000 Mikrowatt pro Quadratmeter lagen 25 Prozent der Messpunkte. Besonders exponiert sind viele Nahbereiche und Abstände bis über 250 Meter mit direktem Sichtkontakt zu den Funkanlagen.

Schon nach den 5 Tagen bis zum Ende der Veranstaltung zeigte sich bei den Teilnehmern und Vortragenden eine zunehmende Polarisierung in Bezug auf die Bewertung der Mobilfunkstrahlung. Während die eher technisch orientierten Uni-Forscher und Industrievertreter die ICNIRP-Empfehlungen für völlig ausreichend erachteten, wiesen die Epidemiologen, Umweltanalytiker und mit dem lebenden Objekt arbeitenden unabhängigen Forscher auf einen dringenden Handlungsbedarf hin. In diesen Kreisen gab es Einigkeit, dass es notwenig ist, die internationale Grenzwertfestlegung aufgrund der bisherigen Erkenntnisse und Hinweise auf biologische Effekte und Risiken unterhalb der direkten thermischen Wirkungen im Sinne der Vorsorge zu überdenken.

Schade sei, so war aus vielen Fachgesprächen zwischen den Beiträgen herauszuhören, dass die Bewertung der weltweit so flächendeckend und intensiv genutzten Technologie Mobilfunk bisher überwiegend auf wissenschaftlichen Meinungen und weniger auf wissenschaftlichen Kenntnissen basiert. Leider waren die kritischen und unabhängigen Forschergruppen in der Minderheit.

Entnommen aus der Zeitschrift
Wohnung + Gesundheit,
Frühjahr 2003
Dr. Th. Haumann
Baubiologe IBN/VDB
imm.demokritos.gr/bioeffects02/
WHO fact sheet 263:
www.who.int/emf